Aus der Verwaltungsstelle

Donnerstag, den 07. März 2013 um 18:56 Uhr

Internationaler Frauentag 2013Der März steht ganz im Zeichen der Frau. Am 8. März begehen wir den Internationalen Frauentag zum 102. Mal und am 21. März ist der Equal Pay Day. Es gibt viel zu tun!
Zwei große Themen auf der Agenda: Entgeltgerechtigkeit und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben.


Entgeltgerechtigkeit

Der Equal Pay Day markiert rechnerisch jenen Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu bekommen.

Ende 2012 wurde die Initiative „Auf geht´s – faires Entgelt für Frauen“ ins Leben gerufen.

Denn Tatsache ist:
Fast 22% beträgt die Entgeltdifferenz zwischen Männern und Frauen über alle Branchen und Beschäftigungsformen hinweg. Berücksichtigt man das Gefälle zwischen den Branchen und dass sich überwiegend Frauen in geringfügigen und Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen befinden, bleibt trotzdem eine Lücke von 8 – 13%.

Für die Metall- und Elektroindustrie gibt es keine genauen Daten, wie hoch die tatsächliche Entgeltdifferenz zwischen Frauen und Männern ist. Und das soll sich ändern. Denn auch wenn es mit dem Entgeltrahmenabkommen (ERA), ein diskriminierungsfreies Instrument zur Eingruppierung gibt, kommt es in der betrieblichen Anwendung zu Diskriminierungen.
Wir müssen wissen, wo die Unterschiede und Ursachen liegen und wir werden als IG Metall für mehr Gerechtigkeit eintreten.

Auch die IG Metall Nürnberg wird die Initiative unterstützen. Es geht zunächst darum, eine Analyse der betrieblichen Entgeltstruktur zu bekommen. Wie viele Frauen und Männer in welchen Bereichen und auf welchen Hierarchien beschäftigt werden? Wie viele Frauen, wie viele Männer sind in welchen Tarifgruppen eingruppiert? Wie ist das Verhältnis im AT bzw. ÜT-Bereich? Nach welchen Entgeltgrundsätzen und –methoden wird wer bezahlt, wie sieht es mit den Arbeitszeitmodellen aus?

Denn erst wenn die Unterschiede transparent sind, können Betriebsräte für Gerechtigkeit sorgen. Dass Betriebsräte hier nicht nur mit an Bord sind, sondern maßgeblich mitgestalten, ergibt sich aus dem Betriebsverfassungsgesetz. Betriebsräte haben darüber zu wachen, dass niemand aufgrund des Geschlechts benachteiligt wird. Und sie haben die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern zu fördern. Nur wenn Betriebsräte und Vertrauensleute es zusammen anpacken, kann es auch zwischen den Geschlechtern heißen: Gleiches Geld für Gleiche/Gleichwertige Arbeit!

Die ersten Erfolge sind leicht zu erzielen. Die geschlechterdifferenzierten Entgeltdaten liegen vor, der Arbeitgeber analysiert die Entgeltsituation in einem jährlichen Gleichstellungsbericht oder der Betriebsrat wertet regelmäßig die Daten aus.

Denn sind die betrieblichen Entgeltunterschiede und deren Ursachen erst einmal bekannt, können Maßnahmen vereinbart werden, um diese zu verringern.

Vereinbarkeit Arbeit & Leben

Auch eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben steht im Fokus der Arbeitnehmerinnen und der Arbeitnehmer. Es ist allerdings eher für Frauen ein Thema, Arbeit und Familie miteinander zu verbinden. Wenn es um Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen geht, sind sie es, die diese Aufgaben leisten. Der Anteil der Männer, die diese Aufgaben übernehmen, liegt unter 5%. So wie es für Frauen möglich sein muss Arbeit und Familie zu verbinden, muss es für Männer attraktiv werden, Aufgaben in der Familie zu übernehmen.

Diese Themen können nur gemeinsam von den Beschäftigten angegangen werden. Denn es geht um Gerechtigkeit und ein gutes Leben!