Aus der Geschäftsstelle

Donnerstag, den 18. April 2013 um 00:00 Uhr

Die Arbeitswelt ist im ständigen Wandel © PantherMedia / Dmitriy Shironosov
© PantherMedia / Dmitriy Shironosov
Die IG Metall Nürnberg widmet sich verstärkt Angestellten und Hochqualifizierten in klassischen Industriebetrieben, um die veränderten Arbeitsbedingungen gemeinsam zu gestalten.
Seit Jahren bereits zeichnet sich in den Betrieben eine Entwicklung ab, der sich auch die IG Metall Nürnberg nun mit einem eigenen Projekt verstärkt widmen wird: Der qualifikatorische und damit auch sozialstrukturelle und habituelle Wandel der Belegschaftsstruktur.

Denn während der Anteil der produzierend-gewerblichen Tätigkeiten in den Industrieunternehmen seit langem auf gleichem Niveau verharrt oder abnimmt, steigt der Anteil der forschungs- und entwicklungsintensiven sowie betriebswirtschaftlich-administrativen Tätigkeiten weiter an.

Für einen Nürnberger Betrieb heißt dies konkret: Zur Jahrtausendwende waren von ca. 2000 Mitarbeitern, ca. 1100 (55 Prozent) dem gewerblichen Bereich zuzurechnen; heute beschäftigt der Betrieb ca. 3300 Mitarbeiter, wobei der Anteil der gewerblich Beschäftigten nur noch bei ca. 40 Prozent (1320) liegt.
Dieser industrielle Wandel, der unsere Betriebsstrukturen auch in den nächsten Jahren noch weitergehend verändern wird, spiegelt sich vordergründig in der Art der, Qualifikation der Mitarbeiter wider, aber vor allem auch in den sozialen Bedürfnissen und Erwartungen an den Betriebsrat und die IG Metall.

Ohne Frage sind alle Beschäftigten von einer immensen Arbeitsverdichtung und einem zunehmenden Erwartungs- und Leistungsdruck betroffen. Nicht zuletzt aufgrund ihrer jahrzehntlangen Erfahrungen in der klassischen Industriearbeit konnten die Betriebsräten und die IG Metall in diesem Bereich, Regelungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für und mit den Beschäftigten durchsetzen.
Die Angestellten und Hochqualifizierten erwarten jetzt berechtigterweise ebenso kompetente Antworten auf die Anforderungen einer vermeintlich „attraktiven durchgestylten Arbeitswelt“, die da heißen Projektverantwortung, Flexibilität, ständige Erreichbarkeit, Zielvorgaben und Ergebniskultur.

Die IG Metall stellt sich zusammen mit den Betriebsräten und Vertrauensleuten in diesem Projekt der Herausforderung und sucht gemeinsam mit den Beschäftigten nach Wegen und Möglichkeiten, den immer höheren und zugleich subtileren Ansprüche der Arbeitgeber sozial und kompetent zu begegnen, denn:
„Gute Arbeit wird von guten Leuten gemacht, die man gut behandelt“

Zur Person:

Dr. phil. Sandra Siebenhütersandrasiebenhuetter

ist seit dem 1. März 2013 in der Verwaltungsstelle Nürnberg für ein Projekt zur "Gewerkschaft-lichen Angestellten-arbeit" tätig.
Sandra ist gelernte Kauffrau und hat anschließend über den 2. Bildungsweg Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie und Recht studiert. Ihre bisherige Tätigkeit hat sie unter anderem in die USA, England und Italien geführt, zudem verfügt sie über langjährige Forschungserfahrung auf den Gebieten: Unternehmens- und Führungskultur, Suchtprävention, Migration und prekäre Beschäftigung.
Wir wünsche Sandra viel Erfolg für ihre neue Aufgabe und freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit.