Aus der Geschäftsstelle

Montag, den 20. Oktober 2014 um 09:31 Uhr

IGM HochschulinformationsbüroWissen ist Macht – und gerade um die Vermittlung von Wissen geht es uns. Wir wollen Studierende, und vor allem Berufsanfänger, auf den betrieblichen Alltag vorbereiten.

Aber warum gehen wir an die Universitäten und Hochschulen?

Immer mehr Menschen kommen nicht mehr über eine betriebliche Ausbildung in den Betrieb, sondern über ein Studium. Im Gegensatz zu einer betrieblichen Ausbildung gibt es bei einer universitären Ausbildung keine Ausbildungsinhalte, die explizit über Rechte und Pflichten im Betrieb aufklären und das Wissen um die entsprechenden Gesetze vermitteln. Um diese Lücke zu schließen, sind wir als IG Metall Nürnberg, als Experten in Sachen Arbeit, seit 2011 mit Seminaren an der Friedrich-Alexander- Universität und an der Technischen Hochschule vertreten.

Unsere Aufgabe verstehen wir darin, Studierende auf den betrieblichen Alltag vorzubereiten, sei es als Werkstudent, Praktikant oder als Berufsanfänger. Denn: Wissen ist Macht und befähigt, sich in der betrieblichen Sphäre zurechtzufinden.

Unser bisheriges Schwerpunktangebot richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure unmittelbar vor ihrem Hochschulabschluss, das heißt kurz vor dem Berufseinstieg.
Die Studierenden lernen die Akteure industrieller Beziehungen und deren Aufgaben kennen. Denn nur wer weiß, wie die Rahmenbedingungen gestaltet sind, kann sich in diesen sicher bewegen.
Ganz konkret sind das zum Beispiel die Entgeltstrukturen in tarifgebundenen und nicht-tarifgebundenen Betrieben. Das ist nicht nur wichtig, um bei der Angabe von Gehaltsvorstellungen richtig zu liegen. Die Studierenden erhalten eine Vorstellung wie Gehälter festgesetzt werden, sich diese entwickeln und worauf es ankommt, wenn man irgendwann mehr verdienen möchte. In diesem Kontext lernen die Studierenden auch die Aufgaben von Betriebsräten kennen. Denn, wenn es um die Eingruppierung geht, entscheiden Betriebsräte im Rahmen ihrer Mitbestimmung auf Grundlage von Tarifverträgen mit. Zudem sind Betriebsräte die betrieblichen Experten, wenn es um ArbeitnehmerInneninteressen geht.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist natürlich der Arbeitsvertrag. „Das wird doch schon alles seine Richtigkeit haben“, ist nur ein Ausspruch, den wir regelmäßig in der Rechtsberatung hören. Der Gesetzgeber ermöglicht auf Grundlage von Gesetzen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen eine freie Gestaltung von arbeitsvertraglichen Inhalten. Und genau deshalb ist es elementar zu wissen, welche Konsequenzen einzelne Paragraphen im Arbeitsvertrag haben. Denn ist die Unterschrift einmal unter den Vertrag gesetzt, gibt es kein Zurück.
Steht zum Beispiel etwas über eine Vertragsstrafe darin, falls der Job nicht angetreten wird, weil man zum Beispiel etwas Besseres gefunden hat, kann das teuer werden. So kann es passieren, dass man schon vor dem ersten Job viel Geld zahlen muss, das man noch gar nicht verdient hat. Auch bei Punkten wie dem Arbeitsort, der Tätigkeit oder den Kündigungsfristen müssen die Studierenden einfach wissen, was es konkret bedeutet. Steht im Arbeitsvertrag, dass der Arbeitsort überall sein kann, heißt es auch genau das. Der Arbeitgeber kann den Beschäftigten überall einsetzen. Mit seiner Unterschrift hat der Betreffende dem zugestimmt. Schwierig für diejenigen, die nicht wegwollen oder können.

Nur wenn man diese möglichen Tücken kennt, kann man klare Entscheidungen treffen.
Unser Seminarangebot steht den Studierenden über den jeweiligen Career-Service der Friedrich-Alexander- Universität, Erlangen und der Technischen Hochschule, Nürnberg zur Verfügung.

An der Friedrich-Alexander- Universität wird am 21.11.2014 eine Veranstaltung zu Entgeltstrukturen, Tarifverträgen und Arbeitsverträgen angeboten.
An der Technischen Hochschule in Nürnberg gibt es in diesem Semester, am 30.10.2014 den Schwerpunkt zu Arbeitsverträgen und deren Konsequenzen.

Über dieses Angebot hinaus haben wir Studierenden natürlich noch vielmehr zu bieten. Schließlich verfügen wir über ein ganzes Netzwerk von Experten und über direkte Kontakte in die Betriebe hinein.
Wir wollen schon im Studium Kontakte zu den Betrieben ermöglichen und auf das Berufsleben vorbereiten. Deshalb sind wir die kompetenten AnsprechpartnerInnen, wenn es um Praktikumsplätze, Arbeitsverträge, Einstiegsgehälter oder ArbeitnehmerInnenrechte geht.
Weitere Angebote sind zum Beispiel Exkursionen, Seminare zum Studium und Beruf oder Hospitationen. Diese sind direkt über die Verwaltungsstelle Nürnberg zu erfragen.