Aus der Geschäftsstelle

Freitag, den 31. Oktober 2014 um 14:10 Uhr

Nur im Team...Berührungsängste ablegen, neue Ideen ausprobieren und Brücken bauen: So könnte man die aktuelle Entwicklung im Verhältnis zwischen IG Metall-Betriebsräten, Vertrauensleuten und Angestellten in ausgesuchten Betrieben der Metall-und Elektroindustrie in Nürnberg auf einen Nenner bringen.

Miteinander statt übereinander reden – dass dieser Trend bei der stärkeren Einbeziehung von Angestellten in immer mehr Betrieben zur Normalität wird, ist kein Zufall. Der Motor hinter dieser Entwicklung ist das „Angestellten-Projekt“ der IG Metall-Verwaltungsstelle Nürnberg.

KollegInnen aus zehn Betrieben, mit starken Wurzeln in der Produktion, aber wachsenden Entwicklungs- und Verwaltungsbereichen, haben sich zusammengetan, um sich gegenseitig bei der besseren Einbindung der Angestellten zu unterstützen und voneinander zu lernen.

 


Stefan Barth, Betriebsrat Federal Mogul:
„Wir machten in unserem Entwicklungs- und Technikgebäude eine Umfrage zum Thema mobile Erreichbarkeit und stießen damit auf sehr großes Interesse. Die Teilnahme lag bei mehr als 74 Prozent. Das Ergebnis war eindeutig und für uns als Betriebsrat ein klarer Arbeitsauftrag.“.

Susanne Rubner, Betriebsrätin Emuge:
"Schon längere Zeit dachten wir über einen Intranetauftritt des Betriebsrates nach, um die Kollegen im Angestelltenbereich noch besser in die Betriebsratsarbeit mit einzubeziehen. Seit Dezember 2013 ist die BR-Seite nun installiert und sie wird von den Kollegen sehr gut angenommen.“

Markus Wansch, Betriebsrat MAN:
„Wir veranstalteten mit der IG Metall zwei Treffen mit unseren Führungskräften aus der ersten, zweiten und dritten Reihe. Insbesondere durch die Diskussionen im Anschluss bekommen auch wir Betriebsräte Gelegenheit, noch mehr über die Belange von unseren Führungskräften zu erfahren. Parallel konnten wir aber auch erreichen, dass sich das Bild der IG Metall und des Betriebsrates bei dieser Gruppe wandelt.“

Georg Lampert, Betriebsrat Sumitomo Demag:
„Wir machten mehrere Gruppeninterviews mit Angestellten aus verschiedenen Bereichen. Wir als Betriebsräte bekamen, nicht zuletzt auch durch die Kommunikation zwischen den Angestellten, Einblicke in Probleme, die uns in dieser Tiefe nicht bekannt waren.“

Ebenfalls vernetzt haben sich Betriebsräte aus reinen Entwicklungs-und Verwaltungsstandorten im „Forum Technik & Büro“. Dort tauschen sie regelmäßig Erfahrungen aus, laden Experten ein und holen sich Anregungen, so z.B. wieder bei der diesjährigen Engineering- und IT-Tagung zum Thema „Digitalisierung der Arbeitswelt“.

Stefan Stroheker, Betriebsrat bei Electrolux, Tagungsteilnehmer:
„Offshoring, Home Office und Crowdsourcing, Begriffe die für die aktuelle Entwicklung im Büro stehen.
Wer mitgestalten will, muss auf dem Laufenden bleiben.“

Um sich gegenseitig zu unterstützen, treffen sich die Projektbetriebe und das „Forum Technik&Büro“ zweimal jährlich, denn allen Beteiligten ist klar: es geht hier nicht um kurzfristigen Aktionismus, sondern um einen echten Kulturwandel.
Dass die Angestellten die IG Metall brauchen, um gute Arbeitsbedingungen zu erhalten und zu gestalten, aber ebenso die IG Metall die Angestellten, um durchsetzungsfähig zu bleiben – diese Erkenntnis hat sich noch längst nicht überall herumgesprochen. Um das zu ändern, setzt die Nürnberger IG Metall auf erfahrbare Schritte im betrieblichen Alltag. Patentrezepte gibt es dabei nicht. Wichtig ist der Mut, neue Formen der Ansprache und Einbeziehung von Angestellten einfach auszuprobieren.