Aus den Betrieben

Montag, den 30. Mai 2011 um 12:58 Uhr

Electrolux Tarifrunde ist abgeschlossenZurück zum Flächentarif!

Haustarifrunde bei Electrolux erfolgreich abgeschlossen. Erhöhung der Entgelte in zwei Stufen um 3,5% und 3,4%. Standort Betriebsrat bleibt durch Tarifvertrag im Amt.
Nach vielen Verhandlungsrunden, Aktionen und einem Warnstreik konnte ein Tarifabschluss erzielt werden. Die Lücke bei der Bezahlung im Vergleich zum Metall- und Elektro-Flächentarif wird schrittweise bis 2013 geschlossen.

Das bedeutet Entgelt-Erhöhungen von 3,5 Prozent im Juni 2011 und weiteren 3,4 Prozent im Juni 2012.
Ab 2013 werden dann die Eingruppierungs- und Entgeltregelungen des Flächentarifs, ohne Abstriche, auch wieder bei Electrolux angewendet.
Neben der Rückkehr zur branchenüblichen Bezahlung wurde auch bei der wöchentlichen Arbeitszeit eine Verbesserung durchgesetzt: 2014 verringert sich diese um eine Stunde auf dann 37,5 Stunden. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung; unser Ziel bleibt die Rückkehr zur 35-Stunden Woche“, kommentiert der Betriebsratsvorsitzende Stefan Stroheker diese Vereinbarung.
Der Haustarif gilt für die ca. 600 Mitarbeiter der Electrolux-Verwaltung in Nürnberg sowie für sechs kleinere Außenstandorte im gesamten Bundesgebiet. Im Zusammenhang mit der Schliessung des Nürnberger AEG-Werks im Jahr 2006 hatte der Electrolux-Konzern die verbleibenden Bereiche in verschiedene GmbHs ausgegliedert und Tarifflucht begangen. Gegenüber den wichtigsten Konkurrenten in der deutschen Hausgeräte-Branche, die den Metall- und Elektro-Flächentarif anwenden, wollte sich Electrolux mit schlechterer Bezahlung und längeren Arbeitszeiten einen Vorteil verschaffen. Doch die Beschäftigten haben dafür gesorgt, dass diese Rechnung nicht aufging.
Die Haustarifrunde 2011 hatte besondere Brisanz durch den Versuch der Electrolux-Geschäftsleitung bekommen, den Betriebsrat am Standort Nürnberg mit Hilfe von juristischen Winkelzügen zu zerschlagen. Nach dem Motto „Teile und Herrsche“ sollten aus einem starken Betriebsrat mit freigestellten Strukturen fünf Betriebsratseinheiten werden. Teil der Tarif-Einigung ist der Erhalt des gemeinsamen Betriebsrats in Nürnberg. „Mit phantasievollen innerbetrieblichen Aktionen und einem eindrucksvollen Warnstreik hat die Belegschaft dafür gesorgt, dass ihr Betriebsrat durchsetzungsfähig bleibt“, so Rudi Lutz, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg.