Aus den Betrieben

Freitag, den 12. Februar 2010 um 12:02 Uhr

BR-Wahl2010Ab März bis Mai 2010 finden in den Betrieben wieder, wie alle vier Jahre, die Wahlen des Betriebsrats statt. Die IG Metall Nürnberg ist gut vorbereitet. „Einige Unternehmer haben schon erkannt, daß Mitbestimmung ein Standortvorteil ist“, stellt Andreas Weidemann, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg zufrieden fest

„Das gilt besonders in Krisenzeiten!“ Entlassungen hat es nur dort gegeben, wo wir entweder keine Betriebsräte haben, oder wo Betriebsräte nicht mit der IG Metall zusammen gearbeitet hatten.

„Gute Betriebsratsarbeit zeichnet sich deshalb auch dadurch aus, daß die Zusammenarbeit mit der IG Metall funktioniert“, meint Weidemann. Die IG Metall stellt Kompetenz und Erfahrung zur Verfügung, die von den Betriebsräten umgesetzt und weiter entwickelt werden, so daß neue Erfahrung und mehr Kompetenz in die Organisation zurück fließt.

Im Gegensatz zu politischen Wahlen zeichnen sich Betriebsratswahlen durch eine hohe Wahlbeteiligung aus. „Das muß auch so bleiben“, betont Weidemann, weil der Betriebsrat die Interessen der gesamten Belegschaft wahrnehmen muß. Weidemann weist darauf hin, daß 80 Prozent der gewählten Betriebsratsmitglieder auch Mitglied der IG Metall sind. Die IG Metall hat also meist auch dort eine hohe Legitimation zur Vertretung der Arbeitnehmerinteressen, wo der Organisationsgrad nicht so gut ist. „Wo wir mit den Betriebsräten gute Arbeit machen und Arbeitsbedingungen verbessern, treten die Leute auch in die IG Metall ein,“ resümiert der 2. Bevollmächtigte.

Allein deshalb habe die IG Metall ein Interesse daran, neu gewählte Betriebsräte gut auszubilden. In den meisten Fällen kommen sowieso schon geschulte Vertrauensleute auf die Kandidatenliste der IG Metall. Jedoch sind Quereinsteiger willkommen. „Bereitschaft zum Engagement und Mitgliedschaft in der IG Metall ist  Voraussetzung“, betont Weidemann und fügt gelassen hinzu: „Nach einigen Wochen kommen die Neuen zu uns. Nur erklärte Gegner der IG Metall bleiben draußen.“


 

Sachgerecht

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Robert Zollitsch und die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Dr. Margot Käßmann rufen gemeinsam dazu auf, daß sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Wahl des Betriebsrats zur Verfügung stellen.

Ausdrücklich verteidigen sie das deutsche System der Mitbestimmung: Betriebsräte schaffen einen „wertvollen Rahmen, in dem widerstreitende Interessen vorgebracht und ein sachgerechter Ausgleich gefunden werden kann.“


Seminare für Betriebsräte

Die IG Metall hat vorgeschlagen, die Wahlen des Betriebsrats bereits im März 2010 durchzuführen. Für neu gewählte Betriebsräte können dann schon im April und Mai die ersten Tagesschulungen stattfinden. Hier die Termine:

  • 20. April
  • 21. April
  • 27. April
  • 28.April
  • 18. Mai
  • 19. Mai

Die Seminare beginnen um 9.00 Uhr und enden um 16.00 Uhr. Sie finden im Gewerkschaftshaus, Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg im 7. Stock statt.

 

Listenwahl?

Was ist für die Arbeitnehmer besser? Jeder kann seine Kandidaten aus einer Liste heraussuchen und persönlich wählen (Persönlichkeitswahl), oder jeder hat nur eine Stimme und muß eine vorgegebene Liste ankreuzen (Listenwahl).

Die IG Metall bevorzugt die Persönlichkeitswahl. Das ist aber nur möglich, wenn man sich im Betrieb auf eine einzige Kandidatenliste einigt.

In einigen Fällen wird jedoch gezielt Listenwahl provoziert. Ein solches Vorgehen richtet sich auch gegen die IG Metall und sicher auch gegen die Wähler.

Metaller stellen sich gerne persönlich zur Wahl.