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Dienstag, den 20. November 2018 um 15:41 Uhr

Mehrere hundert Beschäftigte von Staedtler gehen auf die Straße„Staedtler droht seinen guten Ruf zu verspielen. Der Ausstieg aus dem Tarifvertrag ist der soziale Sündenfall“, so Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Über 300 Beschäftigte von Staedtler und weiteren Firmen der fränkischen Bleistiftindustrie, protestierten heute an der Straße der Menschenrechte in Nürnberg. Unter dem Motto „Staedtler darf nicht stiften gehen“, forderten sie das Unternehmen auf, Mitglied der Tarifgemeinschaft der Bleistiftindustrie zu bleiben.

 

Hintergrund der Aktion ist, dass die Firma Staedtler mit ca. 1.300 Beschäftigten an drei Standorten in Nürnberg, Sugenheim und Neumarkt in der Oberpfalz zum Jahresende aus der Tarifgemeinschaft aussteigen möchte. Durch den Austritt Staedtlers droht die gesamte Tarifgemeinschaft, zu der auch die Firmen Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Lyra gehören und insgesamt 4.700 Beschäftigte repräsentieren, auseinanderzubrechen. Damit drohen den Beschäftigten geringere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen. Zu den tariflichen Standards der Bleistiftindustrie gehören unter anderen 75 Prozent Urlaubsgeld, 85 Prozent Weihnachtsgeld, 36-Stunden-Woche, Zuschläge für Mehrarbeit und Feiertagsarbeit, regelmäßige kollektive Entgeltsteigerungen.

Kommt es dazu, dann sind die negativen Auswirkungen für den gesamten Wirtschaftsstandort Franken spürbar, wie Horn in seiner Ansprache betonte und forderte die Firma Staedtler nochmals auf in der Tarifgemeinschaft zu bleiben. „Im Wort Tarifvertrag steckt das Wort vertragen. Der Betriebsfrieden hängt davon ab. Wenn Staedtler sich nicht vertragen will, sind wir auch zu Streit bereit“, so die abschließende Botschaft des IG Metall Bezirksleiters.

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