Tarifnachrichten

Dienstag, den 10. Februar 2015 um 13:34 Uhr

4.500 Kolleginnen und Kollegen auf der WarnstreikundgebungHeute Vormittag, am 10.02.2015 hat die IG Metall Nürnberg in 34 Betrieben in Nürnberg und im Nürnberger Land zum Warnstreik aufgerufen. Mit drei Demonstrationszügen aus der Nürnberger Südstadt und mit zahlreichen Bussen aus dem Nürnberger Norden und dem Nürnberger Land fanden sich an der Markgrafenstraße vor der Fa. Leistritz 4.500 Kolleginnen und Kollegen zur Abschlusskundgebung ein.

Auf der Kundgebung sprachen Andreas Weidemann, erster Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg, Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern und Sebastian Wichert, Vorsitzender des Ortsjugendausschusses der IG Metall Jugend Nürnberg.

Sebastian Wichert unterstrich wie wichtig die Forderung nach einer Bildungsteilzeit aus Sicht der IG Metall Jugend ist:  „Bildungsteilzeit scheint schon jetzt das Unwort des Jahres 2015 aus Sicht der Arbeitgeber zu sein. Dabei ist das Jahr noch nicht so alt.
Bildung Ja aber mit finanzieller Unterstützung von Arbeitgeberseite Nein. Und das wir uns auch noch selber aussuchen können welche Bildung, das geht über die Vorstellungskraft der Arbeitgeber komplett hinaus. Einerseits beten die Arbeitgeber und ihre Lobbyverbände das Lebenslangelernen. Sich an diesem zu beteiligen scheint aber ein Ding der Unmöglichkeit. Es ist eine Sauerei, dass die Arbeitgeber ganz dreist darauf spekulieren das den beschäftigten gar nichts anderes übrig bleibt als das ganze selber zu finanzieren da sie sonst eben beruflich abgehängt werden.“

Andreas Weidemann zu dem bisherigen Angebot der Arbeitgeber:
„Das Angebot der Arbeitgeber ist eine Provokation! Sie bieten eine Verschlechterung der Altersteilzeit und Halbierung auf 2%. Nichts für Weiterbildung und ein unzureichendes Entgeltangebot!  Dieses Angebot ist für uns nicht akzeptabel
Wir haben ein Paket mit drei Forderungen aufgestellt:
Erstens: Wir fordern die Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten.  Zweitens: Wir fordern einen Neuabschluss des Tarifvertrages zur Qualifizierung, erweitert um Regelungen für eine tarifliche Bildungsteilzeit. Drittens: Wir fordern den Neuabschluss eines verbesserten Tarifvertrages zum flexiblen Übergang in die Rente.
Ich will an dieser Stelle deutlich sagen: wir sehen das als ein Paket mit drei gleichberechtigten Forderungen. Das erwarten wir auch im Ergebnis!“

Jürgen Wechsler betonte noch einmal: „Wir sind heute hier, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Verhandlungen haben bisher noch kein Ergebnis erzielt. Den Arbeitgebern schicken wir ein deutliches Signal:  Es wird Zeit dass ihr euch bewegt. Sonst lassen wir die Betriebe so lange stillstehen bis ihr euch bewegt!“


Hier einige Impressionen von den Demonstrationszügen und der Kundgebung: