Prof. Uwe Scheuermann, Prof. Josef Lutz und Johannes Krapp (von links)Hochaktuell und von umfänglichem technischem Fachwissen geprägt, war die abendliche Campusveranstaltung bei der Firma Semikron am Montag, 26. Oktober 2015. Etwa 100 Personen folgten der Einladung des Betriebsrates und der IG Metall und hörten gespannt den zweistündigen Ausführungen der drei Referenten zu: Prof. Josef Lutz, Professor für Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit an der Technischen Universität Chemnitz sowie Prof. Uwe Scheuermann und Johannes Krapp von der Firma Semikron.

Lutz zweifelte die aktuelle These der Bundesregierung an, dass die Kohle bis zum Jahr 2050 als Übergangslösung notwendig sei. Um dies zu belegen, verwies er auf bereits bestehende, alternative technische Lösungen. Der Leistungselektronik kommt, so Lutz, hierbei eine Schlüsselrolle zu. Ausführlich erläuterte er die technischen Möglichkeiten der Leistungselektronik für eine effizientere Energienutzung und damit auch deren Beitrag zur Energiewende. Das Einsparpotential durch eine umfängliche Nutzung der Leistungselektronik, so Johannes Krapp im Anschluss, liege bei 35 Prozent des aktuellen Energieverbrauchs. Konkrete Zukunftsszenarien für eine Energiewende seien, so Krapp, fliegende Windräder in 600 Meter Höhe oder die Mobilität 3.0, d.h. fliegende Motoren, die individuelle Mobilität zulassen. Uwe Scheuermann rundete die Abendveranstaltung ab, indem er den Zuhörern die anspruchsvollen Zuverlässigkeitsprüfungen von Leistungselektronikbauteilen erläuterte. Zusammenfassend sei es politisch widersprüchlich und ein großes strategisches Versäumnis, so Josef Lutz, dass etwa die DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft) aktuell an den deutschen Hochschulen kein einziges Schwerpunktprogramm für Energietechnik fördern würde. Dies lasse auf einen Mangel an politischem Willen für eine schnelle und umfängliche Energiewende schließen.