Prof. Georg Wachtmeister von der Technischen Universität München"Wir brauchen den Dieselmotor, wenn wir die CO2 Ziele erreichen wollen", so Prof. Dr. Georg Wachtmeister von der Technischen Universität München (TUM) bei der IG Metall Campus Veranstaltung bei Federal Mogul. Vor "ausverkauftem" Hause fand gestern Abend im Entwicklungszentrum des Nürnberger Kolbenherstellers die 4. Campus Veranstaltung mit dem Titel "Hat der Dieselmotor noch Zukunft?" statt. Dem Veranstaltungsmotto verpflichtet - "... wo Theorie und Praxis sich begegnen"- stellte Georg Wachtmeister, Lehrstuhlinhaber für Verbrennungskraftmaschinen an der TUM, und Arnd Baberg, Entwicklungsleiter bei Federal Mogul, anschaulich den Stand der Technik und die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Verbrennungsmotoren und Kolbenherstellung dar.

Beide machten die Vor- und Nachteile des Dieselmotors im Vergleich zum Ottomotor deutlich: Kosten, Gewicht, Arnd Baberg, Entwicklungleiter bei Federal MogulAbgase und Wirkungsgrad sind dabei die Stellschrauben. Durch stetige technische Innovationssprünge zeigt sich allerdings inzwischen eine Annäherung beider Motoren im Bereich Brennverfahren. Die Stichworte hierbei sind: homogene Verbrennung - homogene Selbstzündung. Im Laufe des Abends wurde zudem deutlich, dass noch viel Potential im Dieselmotor steckt. Diese Potentiale beziehen sich insbesondere auf die Abgasnachbehandlung und die Qualität des verwendeten Kraftstoffs. Vor allem Letzteres führte zu regen Diskussionen unter den anwesenden Ingenieuren und Technikern.

Auch eine Diskussion zum Thema Elektromobilität blieb nicht aus: Die beiden Referenten stellten jedoch klar, dass unter CO2 Gesichtspunkten die Verbrennungsmotoren besser sind, weil aktuell in Deutschland noch zu wenig "grüner Strom" verfügbar und damit die Elektromobilität eben nicht CO2 neutral sei. Wo sich allerdings mittelfristig eine Veränderung zeigen könnte, ist der Einsatz von mehr Gasmotoren im PKW-Bereich. Das Fazit der beiden Referenten war damit eindeutig: Der Dieselmotor hat auf alle Fälle Zukunft und das Know-how der Entwicklungsabteilung beim Kolbenhersteller Federal Mogul wird auch zukünftig gefragt sein.