Mittwoch, den 10. November 2010 um 13:46 Uhr

4.000 demonstrierten am 5.11.2010 in NürnbergÜber 4.000 Menschen haben am Freitag, den 5.11.2010 in Nürnberg für grundlegende Veränderungen in Politik und Wirtschaft demonstriert, welche die IG Metall derzeit in ihrer Kampagne "Kurswechsel für ein gutes Leben" fordert. Die Aktion vereinte Beschäftigte aus einer ganzen Reihe von Nürnberger Betrieben.

Kritik an politischen und sozialen Missständen

Die Beschäftigten waren zuvor in Demonstrationszügen zu der Kundgebung in der Markgrafenstraße marschiert. Dort kritisierten etliche Redner, die Bundesregierung habe aus der Krise nichts gelernt; im Fokus der Kritik standen die eklatanten Missstände, aus denen sich die zentralen Themen der Herbstproteste von IG Metall und DGB ableiten: Sparpaket, Leiharbeit, junge Generation und Rente mit 67.

4.000 demonstrieren gegen die Sparpläne der Regierung
"Generation Prekär"

Patrick Neils - JAV Vorsitzender MAN Nutzfahrzeuge AGPatrick Neils, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei MAN Nutzfahrzeuge in Nürnberg sprach emotional über die Zukunftschancen der jungen Generation. "Junge Menschen haben den größten Anteil an prekärer Arbeit - also Befristungen, Minijobs und Leiharbeit und ich selbst frage mich wie soll diese Generation unsere Rentner versorgen und eine eigene Familie gründen. Wer von uns soll sich ein Haus bauen oder in den Urlaub fahren, wenn er als Leiharbeiter beschäftigt ist?"

Rente mit 67: "brutales Kürzungsprogramm"

Andreas Weidemann - 1. Bevollmächtigter IG Metall NürnbergZu letzterer nannte Andreas Weidemann, erster Bevollmächtigte der Nürnberger IG Metall, Zahlen aus einer aktuellen Erhebung der IG Metall in 233 bayerischen Unternehmen: "Nicht mal zwei Prozent der Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind über 60 Jahre alt" - allein das ist bezeichnend für die tatsächlichen Beschäftigungssmöglichkeiten der Menschen, die künftig noch zwei Jahre länger arbeiten sollen. Die Rentenpläne der Bundesregierung bezeichnete Weidemann unter diesem Aspekt ohne Umschweife als "brutales Rentenkürzungsprogramm".

Schluss mit der neoliberalen Politik

Stephan Doll, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Mittelfranken, prangerte in seiner Rede die Leiharbeit als "moderne Sklaverei" an und wiederholte die Kernforderung: "Es gilt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, und ergänzend fordern wir einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro." Generell forderte Doll, den "sozialen Kahlschlag" der schwarz-gelben Bundesregierung zu beenden: "Schwarz-gelb spaltet unser Land - Schluss mit dieser menschenverachtenden neoliberalen Politik!"

Aktionstag am 13. November

Die bayerischen Metall-Arbeitergeber wiesen die Proteste wie schon bei vorherigen Aktionen als "unangemessen" zurück. Das wird vermutlich auch dieses Mal niemanden daran hindern, die Forderung nach einem Kurswechsel weiter in den Betrieben und auf der Straße zu artikulieren: Zum vorläufigen Höhepunkt in mehreren Tarifbezirkungen, dem Aktionstag am 13. November, erwarten der DGB und die IG Metall allein in Nürnberg rund 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Los geht's am 13.11.2010 um 10:45 Uhr am Prinzregentenufer. Von dort wird es einen Demonstrationszug zum Kornmarkt geben. Dort kommen noch drei weitere Demonstrationszüge an. Als Redner auf der Kundgebung werden unter anderem der DGB Bezirksvorsitzende Matthias Jena und der Bezriksleiter der IG Metall Bayern, Jürgen Wechsler erwartet.

pdf Aufruf der IG Metall Nürnberg für den 13.11.2010
pdf Aufruf des DGB zum Aktionstag am 13.11.2010
pdf Busabfahrtszeiten in der Region zum Aktionstag am 13.11.2010