Dienstag, den 08. Februar 2011 um 19:04 Uhr

Warnstreik bei ElectroluxHeute legten mehr als 200 Beschäftigte von Electrolux für ein Stunde die Arbeit nieder. Grund des Warnstreiks sind die derzeit stockenden Tarifverhandlungen über den Haustarifvertrag mit der Electrolux Geschäftsführung. “Wir sind nicht mehr bereit verzicht zu üben, während das Unternehmen wieder satte Gewinne einstreicht“, unterstrich der Betriebsratsvorsitzende Stephan Stroheker die Forderung nach mehr Entgelt für die Electrolux Beschäftigten.

Seit fünf Jahren verzichten die Beschäftigten von Electrolux auf fünf Prozent ihres Entgeltes, im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen bei Miele oder Bosch-Siemens-Hausgeräte.

Diesen Beitrag brachte die Belegschaft vor fünf Jahren ein, um nach der Werksschließung 2007 die damals verbliebenen 830 Arbeitsplätze in Nürnberg zu erhalten.

Rudi LutzAufgrund der gut laufenden Geschäfte, die im letzten Jahr Electrolux einen Rekordgewinn bescherte, fordern Beschäftigte und IG Metall in der laufenden Tarifrunde insgesamt 6,9 % mehr Entgelt. Mit dieser Erhöhung wäre eine Angleichung an den Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie erreicht. Die Geschäftsführung stellte allerdings nur eine Erhöhung von mickrigen 1,8% in Aussicht und zeigte sich zu weiteren Zugeständnissen nicht verhandlungsbereit. Dass diese Art von Verhandlungsführung von den Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptiert wird, zeigte heute der erfolgreiche Warnstreik. „Es ist nur recht und billig, dass die Beschäftigten bei gut laufenden Geschäften nicht weniger Geld verdienen,  als ihre Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren Unternehmen“, so Rudi Lutz, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Nürnberg.

Des Weiteren versucht die Geschäftsführung auch auf anderer Ebene die Belegschaft zu schwächen, in dem sie die Betriebsratswahl 2010 anfocht. Electrolux gliederte in Vorbereitung der Werksschließung viele Bereiche in eigenständige GmbHs aus. Ziel der Anfechtung der Wahl ist, in jeder einzelnen GmbH einen Betriebsrat zu wählen und somit ein geschlossenes Auftreten der gesamten Belegschaft zu erschweren.

Hände weg von unserem BetriebsratDass die Bildung eines Betriebrats für alle Beschäftigten möglich ist, lässt sich tariflich regeln, weshalb auch dies Bestanteil der laufenden Tarifverhandlungen ist. Allerdings ist auch hier die Geschäftsführung nicht bereit, über die Forderung nach einer Interessenvertretung für den gesamten Electrolux Standort mit der IG Metall zu reden. „Es hat den Anschein, dass hier die alte Strategie: „Teile und herrsche“ wieder einmal praktiziert werden soll, um eine selbstbewusste Belegschaft zu schwächen“, erklärte Rudi Lutz

Mit dem heutigen Warnstreik setzten Beschäftigte und IG Metall entschlossen dem Kurs der Electrolux Geschäftsführung Widerstand entgegen, um die stockenden Tarifverhandlungen wieder nach vorne zu bringen.

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