Dienstag, den 18. März 2014 um 16:19 Uhr

Aktion zum Internationalen Frauentag in NürnbergAm Samstag, den 8. März, stellte der Frauenarbeitskreis der IG Metall in der Karolinenstraße das Berufswege – Spiel vor. Ein Spiel? Leider nicht!
Im Laufe eines Berufslebens sind wir mit einer Reihe von Entscheidungen konfrontiert. Viele von ihnen haben weitreichende Konsequenzen für den Rest unseres Arbeitslebens. Häufig sind die Konsequenzen für Frauen größer als für Männer.


Der Frauenarbeitskreis der IG Metall hat dazu ein „Spiel“ entwickelt, das bei einem Alter von ca. 20 Jahren, also nach der Berufsausbildung, beginnt.
An diesem Punkt ist die Entgeltsituation für junge Frauen und Männer noch gleich. Doch schon dann kann es in der Folge schwieriger werden. Denn wie sieht es mit der beruflichen Förderung aus? Was ist, wenn der Vorgesetzte lieber mit einem Mann langfristig planen möchte, als das Risiko bei einer Frau einzugehen, dass sie aufgrund der Familienplanung ausfällt? Schon hier können die ersten Weichen für eine unterschiedliche Entgeltentwicklung gestellt werden.


Aktion zum Internationalen Frauentag in NürnbergAuch der zweite Step im Spiel ist aus dem Leben gegriffen: Das erste Kind ist da. Wer geht in Elternzeit?
Der Gesetzgeber gibt vor, dass sich Eltern die Elternzeit teilen müssen, um einen Anspruch auf 14 Monate Elterngeld zu erhalten. Es sind nach wie vor überwiegend die Frauen, nämlich 89,1%, die 12 Monate Elternzeit nehmen. Bei den Vätern sind es mittlerweile 76%, die zwei Monate Elternzeit nehmen. Zwei Monate Auszeit vom Job sind allerdings für die Karriere völlig unschädlich. Im Spiel bedeutet das erneut, dass der Entgeltmarker für die Frau sinkt und für den Mann steigt.
Ähnlich geht es dann im Leben weiter. Die Rückkehr aus der Elternzeit bedeutet für viele Frauen den Abschied aus der Vollzeit, das aber nicht immer bereitwillig. Auch die Chance einen gleichwertigen Job zu bekommen, ist im Anschluss an die Elternzeit nicht selbstverständlich gegeben. Die Pflegethematik, also, dass die Eltern oder Schwiegereltern pflegebedürftig werden, ist dann ein weiterer großer Stopper in der Entgeltentwicklung.

Aktion zum Internationalen Frauentag in NürnbergJede Entscheidung wirkt sich auf die Entgeltentwicklung aus. Die Entscheidung für eine Elternzeit oder die Pflege von Angehörigen hat für beide Geschlechter die gleichen Nachteile, es ist also ein strukturelles Problem. Diese Aufgaben werden aber überwiegend von Frauen übernommen und sie sind aufgrund dieser Entscheidungen viel häufiger von Altersarmut betroffen. Ihre Lebensleistung findet in ihrem Rentenanspruch wenig Anerkennung. Entscheidungen für die Familie dürfen nicht länger Entscheidungen gegen den Beruf und unter Umständen gegen die Karriere sein.
Auch wenn Entgeltunterschiede dadurch erklärbar sind, sind sie trotzdem nicht gerecht.

Als IG Metall haben wir es mit drei Themenbereichen zu tun, die nicht voneinander zu trennen sind: Entgeltgerechtigkeit, Vereinbarkeit Arbeit und Familie und berufliche Perspektiven von Frauen.
Es gibt noch viel zu tun und Veränderung beginnt im Kopf.