Dienstag, den 18. April 2017 um 08:42 Uhr

Die Nürnberger Mitglieder der Verhandlungsrude: Alexander Bachmeier (Autozentrum Feser), Andreas Hofmann (Daimler), Kerstin Pukowski-Zirngibl (BMW) und Davut Bulut (BMW)89 Prozent der Autohäuser und Kfz-Werkstätten bewerten ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend. 4,6 Prozent mehr Neufahrzeuge als 2015 rollten im vergangenen Jahr über die deutschen Straßen. Das Kfz-Gewerbe verzeichnete 2016 ein Umsatzplus von 10 Prozent. Dies sind die wirtschaftlichen Rahmendaten, vor denen nun die Tarifforderung für das KFZ-Handwerk in Bayern aufgestellt wird. Wir befragten Nürnberger Mitglieder der Tarifkommission, welche Erwartungen sie an die kommende Tarifrunde haben:

Alexander Bachmeier, stellv. BR Vorsitzender bei Auto Zentrum Nürnberg Feser:

„Eine vernünftige Erhöhung der Vergütungen als Anerkennung für die von den Beschäftigten geleistete gute Arbeit, deshalb fordern wir 5%. Des Weiteren muss das KFZ-Handwerk in der Zukunft für die Kolleginnen und Kollegen als Arbeitgeber attraktiv bleiben.“

Andreas Hofmann, stellv. BR Vorsitzender bei Daimler:

„In den Niederlassungen von Daimler sind die Umstrukturierungsmaßnahmen mit Einschnitten für die Belegschaften weitgehend abgeschlossen. Die Kolleginnen und Kollegen sind der Auffassung, dass bei der anstehenden Tarifrunde beim Entgelt richtig was rüber kommen muss.“

Davut Bulut, JAV Vorsitzender von BMW Nürnberg:

„Wir fordern, dass unsere Azubis nach bestandener Abschlussprüfung für mindestens 12 Monate übernommen werden müssen, denn Azubis brauchen Planungssicherheit und Zukunftsperspektiven. Aber auch bei den Azubis geht es ums Geld. Azubis stehen heute vor anderen finanziellen Herausforderungen als früher, deshalb fordern wir eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung, die zeitlich vom Übergang der Ausbildungsjahre entkoppelt ist. Der KFZ-Branche geht es sehr gut, dazu tragen auch Azubis bei. Das muss im Geldbeutel spürbar sein. Es geht aber auch darum, die Vergütungsspanne zur Industrie zu verkleinern.“

Abschließend fragten wir, wie engagiert denn die Kfz'ler sind, für ihre Tarifforderung einzustehen?

Kerstin Pukowski-Zirngibl, stellv. BR Vorsitzende BMW Nürnberg:

„Die Kolleginnen und Kollegen bei BMW werden sich für ihren Tarifvertrag mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln einsetzen. Gute Arbeit muss fair bezahlt werden und der Tarifvertrag muss auch weiterhin gesichert bleiben. Dazu werden wir unsere Mitglieder auch aktiv in Arbeitskampfmaßnahmen mit einbeziehen.“

Wir wünschen unseren Kolleginnen und Kollegen vom KFZ-Handwerk viel Erfolg in den Verhandlungen!