Freitag, den 06. März 2020 um 12:53 Uhr

13_Dix_Harald_P_QuadratischAm 15. März 2020 wählen die Nürnbergerinnen und Nürnberger einen neuen Oberbürgermeister sowie einen neuen Stadtrat. Wir haben mit Stadtrat und IG Metall Mitglied Harald Dix über die aktuellen Herausforderungen der Kommunalpolitik gesprochen.

 

 

 

Die Stadt Nürnberg ist eng verbunden mit ihren Industriearbeitsplätzen und wurde oft durch Strukturwandel geprägt. Was kann die Kommunalpolitik tun, um die aktuelle Transformationen im Bereich der Automobilen-Zulieferbetriebe zu gestalten?

Wir brauchen mehr sichere und gute Arbeitsplätze in Nürnberg, damit alle Nürnberger*innen von ihrem Einkommen gut leben können. Dazu gehören auch Arbeitsplätze in der Automobil-Zuliefer-Industrie. Hier ist es wichtig, dass die Politik mit den Gewerkschaften, Betriebsräten und Arbeitgebern im Dialog bleiben, um die Transformation zu gestalten.

Wie können nachhaltig neue und sichere Arbeitsplätze geschaffen werden?

Wir brauchen eine Stärkung des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Nürnberg, damit unsere Stadt mehr innovative, zukunftsweisende Unternehmen anlockt. Dazu gehört auch die neue Technische Universität in der Brunecker Straße, die Impulse für neue Produkte und somit neue Arbeitsplätze setzen kann.

Wie geht es weiter mit den städtischen Betrieben? Bleiben die VAG, Klinikum und andere städtischen Betriebe in kommunaler Hand?

Wir wollen keine Privatisierungen städtischer Unternehmen, weil Leistungen der Daseinsvorsorge in öffentliche Hand gehören, wie Strom- und Wasserversorgung, Müllabfuhr und Öffentlicher Nahverkehr. Wir brauchen auch günstigere Fahrpreise. Das Ein-Euro-pro-Tag-Ticket muss kommen: damit der klimafreundliche Weg zur Arbeit keine Frage des Preises ist.

Menschen mit geringen Einkommen brauchen günstigen Wohnraum. Was macht die Politik in dem Fall?

Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, damit Nürnberg eine Stadt für alle bleibt. Dazu werden wir mit unserem kommunalen Wohnbauunternehmen wbg weiterhin Wohnraum schaffen, auch sozialen Wohnungsbau. Wir haben Kriterien dazu geregelt.

Die spannendste Frage zum Schluss. Wie wird denn in Nürnberg gewählt und worauf müssen die Wählerinnen und Wähler bei der Stimmabgabe achten?

Für die Obermeisterwahl bekommt jeder einen Stimmzettel. Auf diesem kann der Wähler*in einen Kandidaten*in ankreuzen. Bei der Stadtratswahl ist es ein bisschen schwieriger. Auf dem Stimmzettel kann ein Listenkreuz für eine Partei gemacht werden. Zusätzlich kann der Wähler bestimmten Kandidat*innen mit bis zu 3 Stimmen unterstützen, dazu wird eine 3 vor den Kandidat*innen geschrieben. Man kann auch neben der gewählten Partei bei weiteren Kandidaten anderer Parteien bis zu 3 Stimmen vergeben. Wichtig ist nur, auf diesem Stimmzettel höchstens 70 Stimmen zu vergeben.

Vielen Dank für das Interview!